Kooperation mit Strategie

Wiebke Brüssel

Oktober 2016

 

Keine Frage, der stationäre Einzelhandel hat es zunehmend schwerer. Online-Anbieter verkaufen inzwischen fast alles, und es scheinen täglich mehr zu werden. Sie minimieren ihre Kosten und können so konkurrenzlos günstig sein. Dadurch steigt der Druck auf die Einzelhändlerinnen und –händler vor Ort, Strategien zu entwickeln.

 

Bei der Recherche für ein aktuelles Projekt stieß ich auf zwei interessante Kooperationsmodelle im Einzelhandel.

 

Im ersten Modell haben sich vier Existenzgründerinnen zusammengeschlossen und ihre Leistungen klug gebündelt. Gemeinsam bieten Sie Friseurleistungen, Mode, Farb- und Stilberatung sowie Nageldesign unter einem Dach an – eine „Shopping- und Style-Oase“.

Im zweiten Modell teilen sich Kunsthandwerkerinnen eine Ladenfläche. Im Basissortiment bieten sie Mode, Accessoires und Schmuck an. Abwechslung bringen Gast-Designerinnen und ihre Produkte. Zusätzlich werden Kreativ-Kurse angeboten.

 

Strategisch gesehen ist das eine gute Idee. Erst einmal aus Sicht der Kundinnen und Kunden. Sie finden ein originelles Angebot auf kleinem Raum. Stellen wir uns doch einmal vor, wir wären zu einer Party eingeladen und hätten nichts anzuziehen – das soll ja gelegentlich vorkommen. Wenn wir dann nur ein einziges Geschäft betreten und dort nicht nur ein umwerfendes Outfit, sondern auch noch eine tolle Frisur und das passende Makeup bekommen und gleich feiern gehen können – das wäre doch mal was.

 

Wäre nebenan der Laden der Kunsthandwerkerinnen, könnten wir auch noch ein originelles Geschenk finden. Und vielleicht schreiben wir uns auch gleich für den nächsten Kurs ein.

Für die Unternehmerinnen bringt diese Strategie zahlreiche Vorteile. Zunächst sind da die geteilten Kosten für die Ladenfläche und gemeinsames Marketing. Eine Gruppe kann sich eher ein Geschäft leisten, das für jede Einzelne vermutlich unbezahlbar wäre.

 

Ein weiterer wesentlicher Vorteil: Ein so individuelles und abgestimmtes Sortiment in Kombination mit hochwertiger Beratung kann dem Wettbewerber „Internet“ die Stirn bieten. Gerade die Kombination aus Verkauf von Produkten und ergänzenden Dienstleistungen kann so leicht kein Internet-Anbieter kopieren.

 

Das klappt übrigens auch sehr gut mit ergänzenden Angeboten. Wir vom Strategiebüro setzen gern auf Kooperationspartner. Haben wir gemeinsam mit unseren Kunden die strategische Unternehmensplanung durchgeführt, zeigt sich gelegentlich der Bedarf nach weiterer Unterstützung. Was davon wir selbst dann nicht auf professionellem Niveau anbieten können, übernehmen andere Experten. Können wir gleich die passenden Kooperationspartner empfehlen, ist das für unsere Kunden viel einfacher. So können auch Paketlösungen entstehen, die Einzelunternehmen in dieser Form nicht anbieten können.

Natürlich bedarf auch eine solche Kooperation einer sorgfältigen strategischen Planung, doch es lohnt sich: Solche Kooperationen schaffen Einzigartigkeit.

 

 

Zur Autorin:

 

Wiebke Brüssel ist Diplom-Betriebswirtin. Seit 2013 ist sie Geschäftsführerin des Strategiebüro Bremen.

 

Das Team des Strategiebüro Bremen begleitet Unternehmen und Institutionen im privaten und öffentlichen Bereich bei der Durchführung erfolgreicher Workshops – von individuellen Themen bis zur Entwicklung von Zukunftsstrategien. Seit April 2017 sind wir Mitglied des Digitalisierungs-Beraterpools der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH.

 

Weitere Informationen zu Wiebke Brüssel und Kontakt:

 

Strategiebüro Bremen GbR
Tel. 0421 – 69 20 99 68
bruessel@strategiebuero-bremen.de

www.strategiebuero-bremen.de

 

Auf Facebook und Twitter: @StrategieBremen

 

Dieser Beitrag erschien im Oktober 2016 auf den Exxtra Seiten Bremen
(www.exxtraseiten.de).

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