Neujahresvorsätze – strategisch betrachtet

Wiebke Brüssel
Dezember 2017

 

Silvester steht kurz bevor, und damit rückt der Stichtag für die Neujahresvorsätze in greifbare Nähe. Viele von uns werden – ganz sicher – ab dem 1. Januar abnehmen, nie wieder rauchen, mehr Sport machen, immer eine aufgeräumte Wohnung haben und überhaupt noch viel mehr tun als bisher.

Spätestens im Februar entsteht bei einigen eine gewisse Frustration, weil die Vorsätze nicht eingehalten wurden. Wir merken das immer an der Auslastung der Geräte in unserem Fitness-Center. Im Januar ist es manchmal fast zu voll. Schon im Februar entspannt sich die Lage.

 

Warum das so ist, erklären viele psychologische Ansätze. Es gibt dazu auch zahlreiche Bücher. Doch auch aus der strategischen Perspektive lässt sich eine Erklärung finden – und auch eine Idee, wie es besser laufen kann.

 

Regelmäßige Leserinnen und Leser meiner Kolumne wissen: Eine gute Strategie beginnt mit einer Vision. Genau die haben wir am Neujahrestag. Wir sehen uns zum Beispiel in einem Geschäft, in dem wie zielsicher zu Größe 36 oder 38 greifen. Wir sehen uns reisen – bezahlt von dem Geld, das wir nicht mehr für Zigaretten ausgeben. Wir können uns gut vorstellen, wie viel toller unser Leben mit weniger Kilos, mehr Fitness oder ohne Rauchen sein wird. Auch unser Hausarzt wird jubeln. Kurz gesagt, die Vision ist da. Das fällt uns im Privaten leichter als so manchem Firmenlenker für sein Unternehmen.

 

Doch jetzt kommt es – plötzlich legen sich Steine in unseren Weg. In einem Unternehmen wären das die „Strategischen Herausforderungen“. Dort sind es Themen wie Digitalisierung oder Klimawandel. Für unsere Neujahresvorsätze haben diese Herausforderungen Namen wie „Geburtstagsfeier unserer Tante mit leckerem Kuchen“, die „Hochzeit unserer besten Freunden“, „lange Arbeitstage und danach wirklich keine Lust mehr auf Sport“, der „Fernsehabend mit den Freunden als einziger Nichtraucher“.

 

Ob im Unternehmen oder im Privatleben – diese Herausforderungen können wir nicht steuern. Doch wir können uns darauf einstellen und uns strategisch überlegen, wie wir damit umgehen wollen. Einmal durchdacht überraschen sie uns nicht mehr, und wir können vorbeugend aktiv werden. Das funktioniert so ähnlich wie bei einer Unternehmensstrategie:

  • Überlegen Sie sich für die nächsten Monate, welche Herausforderungen Ihrer Vision gefährlich werden könnten.

  • Priorisieren Sie diese Herausforderungen. Mit einigen davon werden Sie bestimmt „mit links“ fertig. Aber einige sind „dicke Brocken“.

  • Für diese Problemfälle können Sie sich im Vorfeld überlegen, wie Sie damit umgehen. So finden Sie eine Bewegungsmöglichkeit, die in Ihre Tagesabläufe passt. Sie wissen, wie Sie mit Essenseinladungen oder der nicht rauchfreien Umgebung umgehen können.

  • Sie können im Vorfeld entscheiden, ob Sie streng sein wollen oder ab und zu mal „sündigen“ und es hinterher wieder ausgleichen.

Kurz gesagt, Sie sind richtig gut vorbereitet. Und darauf kommt es an – ob bei einer Unternehmensstrategie oder Ihrem ganz persönlichem Neujahresvorsatz.

 

Ich wünsche Ihnen einen schönen Start in das neue Jahr und dass Ihre Visionen für 2018 Wirklichkeit werden.

 

 

Zur Autorin:

 

Wiebke Brüssel ist Diplom-Betriebswirtin. Seit 2013 ist sie Geschäftsführerin des Strategiebüro Bremen.

 

Das Team des Strategiebüro Bremen begleitet Unternehmen und Institutionen im privaten und öffentlichen Bereich bei der Durchführung erfolgreicher Workshops – von individuellen Themen bis hin zur Entwicklung von Zukunftsstrategien. Seit April 2017 ist das Strategiebüro Bremen Mitglied des Digitalisierungs-Beraterpools der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH.

 

Weitere Informationen zu Wiebke Brüssel und Kontakt:

 

Strategiebüro Bremen GbR
Tel. 0421 – 69 20 99 68
bruessel@strategiebuero-bremen.de

www.strategiebuero-bremen.de
Auf Facebook und Twitter: @StrategieBremen

 

Dieser Beitrag erschien im Dezember 2017 auf den Exxtra Seiten Bremen
(
www.exxtraseiten.de).

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